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Abfällige Urteile über Venezianer und Touristen von Touristen, die sich für Autoren halten (aus meinem Buch, das 2011 erschei

Von Lothar W. Pawliczak

Hier ist nicht der Platz, die Kübel von Schmutz auszukippen und durchzujäten, die über die Jahrhunderte mit Lügen und Verleumdungen über die Venezianer gefüllt wurden. Meist war es kriegsvorbereitende oder kriegsbegleitende Propaganda. Die würde ein dickes Buch füllen. Man müßte diesen literarischen Abfall gerechterweise mit dem nie enden wollenden - auch nicht immer ganz lauteren - Städtelob konterkarieren. Sei's drum.
Wenn aber in unserer neueren, aufgeklärten Zeit Zugereiste erklären, wie Einheimische sind und welche Aversionen sie hätten, was soll man davon halten? Wahrscheinlich soll die Berufung auf vermeintliche, natürlich stets konkret nicht benannte Eingeborene dazu dienen, die eigene fragwürdige Meinungsäußerung akzeptabler zu machen und zu kaschieren, daß man den Aufenthalt an schönen Orten als persönliches Privileg haben möchte, das man niemandem sonst gönnt.
Henri de Régnier ließ einen Helden seines einzigen in Venedig spielenden Romans (La peur de l'amour 1907) sagen: „Man sollte Venedig den Lebenden verbieten“. Das ist aber nicht wirklich seine Meinung, denn in seinem Venedig-Buch schrieb er kurz und entschieden: „Venedig ist für alle da.“ (S. 152) Andere reklamieren eher Venedig - obwohl im 19. Jahrhundert langsam zur Totenstadt stilisiert – für sich selbst als die einzig Lebendigen, wagen das aber nicht offen zu sagen. Wenn man sich auf vorgebliche Meinungen Einheimischer beruft, muß man dafür nicht die Verantwortung übernehmen. Anonymen Personen kann man ja alles Mögliche in dem Mund legen. So kann man Einheimischen und Touristen zugleich eins überbraten - und das ist so universell, daß es für jede Stadt der Welt gilt. Das wird etwa bei James Morris deutlich, der vielerlei Volk für primitiv hält. Sein menschenverachtender, mit grotesken Ressentiments verstellter Blick auf andere gilt nicht nur den Venezianern: „Der Waliser erzählt eine Halbwahrheit mit unüberbietbarer Bestimmtheit. Der Bure erläutert seine widersinnigen Prinzipien in der selbstsicheren Art eines Statistikers. Der Israeli empfindet es wirklich als schmerzlich, wenn er einen Irrtum eingestehen muß. Die Schwäche des Venezaners ist es, daß er es verabscheut, seine Unkenntnis zuzugeben.“ (S. 52) „Die Deutschen scheinen in der vorherrschenden Stellung zu sein, denn sie bewegen sich in Regimentsstärke, sprechen ziemlich klaut, schieben ziemlich kräftig und haben offenbar keine individuellen Gesichter (sic!), sondern gehen in einer heiteren, sonnverbrannten Volkswagenmasse umher. Die Amerikaner sind e(n)tweder schreiend grell kostümiert bis zur Widerwärtigkeit, in scharlachroter Seide, oder unauffällig gekleidet in nüchterner Baumwolle... Die Engländer scheinen mir von den Männern die besten (Schließlich war James Morris geraume Zeit selbst einer.)... und von den Frauen die schlechtesten Vertreter (schlecht gelaunt, ungewaschenes Haar, schlecht sitzende Kleider, snobistisch oder auf peinliche Weise zu einem Flirt aufgelegt) zu stellen... Die Japaner sind fast völlig hinter Girlanden von Fotozubehörtaschen verborgen...“ (S. 225) und daher wohl „kann das Wesen des Menschen ekelhaft erscheinen.“ (S. 228) Vor allem aber kriegen natürlich die Venezianer ihr Fett weg. Er betrachtet sie wie Tiere im Zoo: „Ihr Gebaren spiegelt sofort ihre Erziehung und Umgebung wider, rauh oder sanft. Sie sehen sogar verschieden aus (Kaum zu glauben!)..., zerzaust und knotig, die Leute von Chioggia traditionell giorgionesk.“ (S. 275) „Man kann den Venezianer an seinem Gesicht erkennen... Mürrisch, aber berechnend ist der Blick seines hellen Auges und sein Mund rätselhaft. Seine Nase ist sehr ausgeprägt... und seiner ganzen Art haftet eine gewisse simple Arglist und Selbstgefälligkeit an... Er ist O-beinig...“ (S. 24); „schöne und ernste Menschen, langknochig und nüchtern gekleidet“ (S. 36); „Leute(n) von kraftvoller und loyaler Schlichtheit, so, wie man sie sich in den Seehäfen des frühen viktorianischen England vorstellt“ (S. 38); „prächtige schwielige Handwerker... mürrische alte Männer, Londoner Taxifahrern gleich... manchmal hinter angeberischer Fassade ein weiches Herz“ (S. 39); „die Gondolieri sind gewöhnlich hochintelligent, sie sind auch tolerant, spöttisch und haben, von einigen verdrießlichen und im allgemeinen ältlichen Ausnahmen abgesehen, Humor. Oft sehen sie auch sehr gut aus, blond und gelenkig...“ (Ebd.); „eine gewisse kindhafte Schlichtheit... ihrem Charakter haftet noch eine Andeutung von Unterwürfigkeit an“ (S. 44). „Tierisch waren auch die Menschen von Venedig, wenn sie die Tollwut der Politik oder Rache packte.“ (S. 193) „Die Venezianer eine unschöne Habgier entwickeln“ (S. 233). „'Die Fremdenführer', schrieb Augustus Hare in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, 'sind in Venedig gewöhnlich dumm und vulgär'“, zitiert Morris S. 226 unkommentiert und merkt lediglich an, daß der in einer späteren Auflage die Charakterisierung „imbezil“ für die Besucher fortließ. „Abschaum Dalmatiens“ (S. 280); der Chioggioten „Reserviertheit ist weniger Unfreundlichkeit als Phlegma“ (S. 300); „wildäugige Fischer stolzieren durch die Straßen von Burano“ (S. 309); „die wesentliche Feminität der Frauen, die zottige Maskulinität der Männer“ (S. 309); „kuscheln sich die alten Frauen in ihre langen, schwarzen Umhängetücher wie unterernährte Adler“ (Ebd.). „Die Leute von Murano haben kein anziehendes Wesen. Sie sitzen sonntags düsteren Gesichts vor ihren Kneipen. Sie sehen schäbig und verdrießlich aus und besitzen nichts von der milden Höflichkeit der Stadtvenezianer.“ (S. 314). „Die Leute von Sant'Erasmo und Vignole kommen mir ein wenig mürrisch vor“ (S. 329); „...die gewinnsüchtigen Instinkte der Venezianer“ (S. 334); „ihre Menschen wirken verwelkt“ (S. 340).
Manche Beobachtung Gaston Salvatores an Touristen, Zugewanderten und Einheimischen ist sicher zutreffend. Aber steht es einem Gast der allerheitersten Stadt zu, so zu urteilen: „Die Anwesenheit der Stadtbewohner irritiert die Fremden. Es wäre ihnen sicherlich lieber, wenn sie Kleider aus dem achtzehnten Jahrhundert trügen, wenigstens auf die Motorboote verzichteten. Umgekehrt fühlt sich auch die Bevölkerung von den Fremden gestört...“ (Venedig. Das Insider-Lexikon. München 1995 S. 41)? „Daß die Venezianer ärgerlich reagieren, sollte niemanden überraschen. Sie fühlen sich, als wären sie ständig mit einer heruntergekommenen Besatzungsmacht konfrontiert, die in ihren Gassen das Benehmen verlernt hat.“ (S. 45f) „Die Venezianer zeichnen sich durch einen Mangel an künstlerischer Wißbegierde aus.“ (S. 61) „Die Venezianer sind kein musikliebendes Volk mehr... Musikologen haben bewiesen, daß von allen italienischen Völkern die Venezianer die niedrigste musikalische Kultur vorweisen können.“ (S. 76; da möchte ich doch gern erfahren, welche „Musikologen“ so unverschämt sind; im 18./19. Jahrhunderts meinten jedenfalls Kenner, denen man kaum widersprechen kann, genau das Gegenteil) „Manchmal kommt mir die Stadt so vor, als wäre sie ein Abstellplatz für die alleingebliebenen Partner irgendeiner alten Liebe... Kaum einer schlägt dem anderen den Kopf ein. Ein Grund für diese arkadische Ruhe sind aller Wahrscheinlichkeit nach die okkulten Gelder.“ (S. 79) Salvatore erweist er sich wirklich nicht als literarischer Gentlemen: Bei den Damen im Bad des Hotel Cipriani könne „man sehen, wie ewig verwelkte Schönheit wirken kann... Wie ihre Körper sind auch die Hoffnungen der Damen ermüdet... Nur ein Wunder könnte die Vestalinnen retten, ein angenehm (sic!) unmögliches Wunder.“ (S. 63)

Wer gegen Touristen meckert, will offenkundig die Orte des Tourismus zu leeren Denkmälern machen, andere Touristen und Einwohner, die den egoistischen Genuß stören, deportieren. Die Allgegenwart der Touristen „verschmutzt“ die Kunst, meinte Gerhard Hauptmann (Italienische Reise 1897 – Tagebuchaufzeichnungen hg. v. Martin Machatzke. Frankfurt 1976 S. 23) Joseph Brodsky bekannte offen: „Die mit Shorts bekleideten Herden, besonders wenn sie auf Deutsch wiehern, gehen mir gleichfalls auf die Nerven, aufgrund der Unterlegenheit ihrer Anatomie gegenüber derjenigen der Säulen, Pilaster und Statuen...“ James Morris meinte S. 223, daß „...der Anblick der Touristenhaufen gräßlich sein kann“. Rosendorfer: „Die Touristen stören, selbstverständlich! Touristen stören immer, wo sie auch sind.“ (Kirchenführer Venedig S. 7) Es seien „die mäkeligen oder empfindsamen Naturen, die sich am überbordenden Tourismus Venedigs stoßen...“ (S. 10), während „die Venezianer... durch genetische Veränderungen in den letzten 400 Jahren in den Stand gekommen (seien), die Touristen nicht wahrzunehmen.“ (S. 7f)
Jean-Pierre Lozato-Giotard dagegen fragte: „Welche Rechtfertigung oder Erklärung soll man in Zeiten des Massentourismus für den Besucherstrom finden, der jedes Jahr wie ein Hochwasser über die Dogenstadt schwappt und seinen höchsten Pegelstand im Sommer erreicht?“ Er antwortete gleich selbst: „trotz der neuen Technologien kann das Virtuelle die Realität nicht ersetzen.“ (Von Marco Polo zur Touristenstadt. In: Alain Vircondelet (Hg): Venedig und seine Geschichte. Paris 2006 S. 111) Und: „Es genügt, fünf Prozent der Besucher von den ausgetretenen Trampelpfaden wegzubringen, damit diese nicht überlastet sind.“ (S. 122) Diese Argumente mögen für uns Touristen hinreichend sein und irgendwie einleuchten. Wer gegen den „unnützen Malstrom“ (Emmanuel Godo: Die Kunst der Unterhaltung. In: Alain Vircondelet (Hg): Venedig. Die Kunst zu leben. Paris 2006 S. 120 unter Berufung auf Michel Butor: Description de San Marco. Paris 1989) der „Touristenplage“ (Toni Sepeda: Mit Brunetti durch Venedig. Zürich 2008 S. 88) wettert, will aber nicht einfach nur ein ruhiges Plätzen finden, das es stets irgendwo gleich um die Ecke gibt.: „Der Schönheit der Stadt würdig ist in dieser Optik allein der Bildungstourist, der nach dem Modell des reisenden Künstlers besonders des 18. Jahrhunderts nicht Erholung vom entfremdeten Arbeitsprozeß sucht, sondern kulturellen Reiz und Selbstverwirklichung. Demnach wären eigentlich nur Künstler in der Lage, die Lagunenstadt adäquat, einfühlsam zu konsumieren; allerdings wird im edeltouristischen Verständnis dem gebildeten und bemühten Laien eine Chance gegeben: er absolviere Kunstbetrachtung als Ritual, als Selbstbestätigung, als Erlebnis des sich-Unterscheidens von der Masse der Touristen, als individualistischen Akt.“ (Peter Sarter: Venedigbilder: Der Venedigmythos und die zeitgenössischen Venedigbilder in der Literatur. Frankfurt 1992 S. 139)
Und noch ein passendes Zitat: „Venedig, eine schöne Stadt voller Touristen und an jeder Ecke Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ ist das Resümee von Gerd Peschek (Zit. n. Bär: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde. Rezension von Gerd Peschek: Und wieder wartet ein neuer Berg. Mit dem Rucksack über die Alpen. Von München nach Venedig (Frankfurt 2009). In: FAZ Nr. 120 v. 27. Mai 2010 S. R4) und der anonyme Rezensent kommentiert dazu: „Da kann man nur einen Ratschlag geben: Daheim bleiben, die 'heimatliche Ordnung' genießen, Leberknödelsuppe essen und Weißbier trinken. Das Gute daran: Wenn einer keine Reise tut, kann er nichts erzählen. Und schreibt keine solchen Bücher.“ Dem bleibt nur hinzuzufügen: Wenn so eine(r) das Reisen sein läßt, kann er auch nicht mehr selbst zur Vermehrung der „Touristenhorden“ beitragen, an denen er/sie rumnörgelt.

Man kann allerdings schon verstehen, daß mancher Bewohner bei oder in einer Sehenswürdigkeit ob aufdringlicher Touristen genervt ist (z.B. Der Spiegel 50/2000 S. 224 zu genervten und protestierenden Anwohnern am Campo di Fiori in Rom). Howells berichtete, er habe nach Protesten niemals den Mut gehabt, etwa in das Tizian-Haus „den Einlaß zu erzwingen“, deren Bewohner wohl „zum Wahnsinn getrieben (worden waren), da es ihnen durchaus nicht gelungen war, sich durch die häufigen Heimsuchungen in Geduld zu üben.“ (Leben in Venedig. Berlin 1987 S. 222) „Ich konnte es aber den Bewohnern des Tizianhauses wirklich nicht verübeln, und hätte man mich dazu verurteilt, an einem Ort zu wohnen, dessen Berühmtheit faule Neugier anlockt, die sich, durch das Reisefieber erregt, gar noch unverschämt gebärdet, ich schreckte gewiß nicht vor Fußangeln und Schrotflinten zurück, um mich zu schützen.“ (S. 223) Allerdings ist ja niemand „verurteilt“, an einem bestimmten Platz zu wohnen. Man kann ja umziehen. Ist es wirklich gerechtfertigt, pauschal von einer generellen „Respektlosigkeit der Touristen... Man nimmt keinerlei Rücksicht auf die natürliche Grenze der Privatsphäre...“ (Dorothea Bernhard: Venedig – Morvides Sinnbild für ganz Italien?. Norderstedt 2009 S. 10) zu reden? Übrigens: Das Tizian-Haus war schon zu Howells Zeiten nicht mehr vorhanden, worauf der auch - dies wohlwissend - ironisch hindeutete. Es gibt nur eine Gedenktafel in der Calle Larga dei Botteri.

Allgemein ist der moderne Tourismus hinreichend dadurch gerechtfertigt, daß er - nicht nur in Venedig - wesentlich zum Erhalt der historischen Objekte beiträgt. Michèle Leloup (An der Schwelle zum dritten Jahrtausend. In: Alain Vircondelet (Hg): Venedig und seine Geschichte S. 139) gibt an, das Tourismusgeschäft in Venedig werfe hier jährlich 900 Millionen € ab. Wer beklagt, daß Venedig zur Touristenattraktion geworden ist, wo nur eine „leere Hülle... (zurück bleibt), die da steht wo die berühmte Serenissima einmal stand“ (Bernhard S. 11), ist einfach weltfremd und müßte konsequenterweise fordern, daß alle historische Stätten abgerissen werden. Keinerlei Rechtfertigung allerdings gibt es dafür, daß sich manche Touristen (wohlgemerkt: Nicht „die Touristen“!) nicht angemessen benehmen oder absolut unpassend gekleidet rumlaufen. „Die schlampigsten Leute, die man in der Stadt sieht, sind fast immer Touristen“ (James Morris S. 60). Eine Benimm-und-Bekleidungs-Polizei (www.sueddeutsche.de v. 25. September 2007 und 11. April 2009) wünschte ich mir auch schon manchmal, nehme den Wunsch aber gleich wieder erschreckt zurück, weil mir einfällt, daß es so etwas ja in gewissen religiös intoleranten Ländern gibt und auch Donna Leons Kommissar Brunetti „sehnsüchtig an die erzwungene Bescheidenheit in islamischen Gesellschaften“ denkt (Venezianische Scharade 1996).

Wenn Sie Bedarf an mehr Beleidigungen als Einheimischer oder als Tourist - beides sind wir ja alle, irgendwo in der Welt - haben, lesen Sie gewisse Autoren - oder besser nicht.
Vielleicht lesen sie besser das würdige Loblied auf die famosen Venezianer von Maria Sorger: Warum Venedig. Vom gewöhnlichen Leben in einer ungewöhnlichen Stadt. 24 Kurzgeschichten (Wien 2009). Unbedingt zitieren muß ich noch die damit völlig übereinstimmenden Beobachtungen von William Dean Howells zum freundlichen Umgang der Venezianer untereinander und mit Fremden. Da hat sich auch meiner Erfahrung nach in rund 150 Jahren nichts geändert: „Alle Gesellschaftsklassen sind gesittet; Angriffslust scheint es bei ihnen nicht zu geben“ (S. 302). „Ein Venezianer besucht dich nicht, sondern kommt, um dich zu ehren; er fragt nicht nur, wenn er dich trifft, ob es dir gut geht, sondern er wünscht dir beim Verabschieden, du mögest weiterhin gesund bleiben, und bittet dich, alle gemeinsamen Freunde von ihm zu grüßen; er erweist dir seine Hochachtung beim Weggehen und wird gelegentlich den Entschluß fassen, dich mit seinem Besuch zu belästigen; beim Aufbruch pflegt er dich von der Störung zu befreien... Er ist dein Diener, wenn du ihm begegnest und wenn ihr euch trennt. Hat er dich richtig verstanden, fragt er dich nach deinen Befehlen.“ (S. 305) „.. eine(r) Anmut, die beinahe das Beefsteak weich gemacht hätte. Diese sanfte Freundlichkeit des Wesens, die nichts kostet, läßt das ganze Volk so gewinnend erscheinen, was sich auch immer an Selbstsucht oder wirklicher Rücksichtslosigkeit dahinter verbergen mag.“ (S. 306) „Euer Venezianer ist simpatico, wenn er überhaupt etwas ist.“ (S. 310) Mit William Dean Howells möchte „ich den geneigten Leser gern bitten..., den Venezianern viel mehr Gutes und viel weniger Schlechtes zuzutrauen“ (S. 345). Und wenn Sie es angesichts von Touristenmassen - zu denen wir ja eben selbst gehören und für die man nicht die Einheimischen verantwortlich machen kann - mal unerträglich eng finden, trösten Sie sich mit einen sehr lebensnahen venezianischen Satz, den der amerikanische Autor für die Nachwelt bewahrt hat: „Bemühen Sie sich nicht, der Weg zum Paradies ist auch nicht breiter als dieser hier!“ (S. 107) Das ist unbestreitbar wahr!

Geschrieben 09.08.2010, Geändert 10.08.2010, 3583 x gelesen.

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