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Markusplatz - Besichtigungen am Tage

Von Doreen

Der Eindruck des Platzes erschließt sich am besten morgens oder abends. Früh sollte man deshalb die Besichtigung des Markusplatzes mit der Basilika, dem Dogenpalast und des Markusturms beginnen. Am besten ab 8 Uhr die Piazza besuchen und ab 9 Uhr dann so langsam die Besichtigungen starten, wenn die Gebäude für Besucher geöffnet sind. Ab 12 Uhr ist der Platz so überlaufen, dass man am liebsten auf dem Absatz kehrt machen würde.

Das Bild der flatternden Tauben, die auf dem Arm und dem Kopf von mit Futtermais lockenden Touristen sitzen, sieht man zur Mittagszeit ca. alle 10 m. Für 1.500 Lire kann man sich an den Ständen kleine Tüten mit Futtermais kaufen, an die Tauben verfüttern und dabei versuchen, das beste jemals geschossene "Tauben auf dem Arm von Touristen" Bild zu machen. Man kann, aber man sollte es nicht unbedingt nachmachen.

Der Markusplatz war das Zentrum der Macht und des Handels in Venedig und die Wirkung des Platzes ist auch heute noch überwältigend. Am Piazza di San Marco befinden sich die Basilika di San Marco (Markuskirche), der Plazzo Ducale (Dogenpalast) und der Campanile di San Marco (Markusturm). Den schönsten Blick auf den Platz hat man von der Ala Napoleonica, dem Abschluß der Piazza genau gegenüber der Kirche.

Die Basilika di San Marco ist ein anschauliches Beispiel für die unterschiedlichen Kunst- und Baustile, die hier auf dem Markusplatz zu sehen sind. Spätgotische Türmchen neben orientalischen Kuppeln sind harmonisch vereint und zeugen von der langen Bauzeit und den unterschiedlichen Herrschern. Zwischen 900 und 1200 siedelten in San Marco (zwischen Markusplatz und Rialtobrücke der älteste Wohnbereich) die ersten reichen Familien an und finanzierten den Bau der Basilika. Von 1063 bis zum 17. Jh. wurde an der Kirche immer wieder gebaut. Den ca. 400 m² großen Innenraum der Basilika kann man auch besichtigen. Mosaikwände, arabische Ornamente im Fußboden und kostbare Beutegüter aus früheren Eroberungen sind hier unter anderem zu sehen.

Der Dogenpalast befindet sich neben der Basilika an der Piazetta von San Marco, der kleinen Platzverlängerung, die direkt bis zum Canale di San Marco führt. Der erste Bau stammt aus dem Jahre 1340, damals noch aus Holz. Im Inneren war das Machtzentrum einer Weltmacht, hier wurde ein Jahrtausend lang regiert und über Schicksale entschieden. Von außen sieht man die offenen Arkaden, darüber eine prachtvolle Loggia. Die Innenräume können auch besichtigt werden. Das Mittelgeschoß diente als Versammlungsraum und Dogenwohung, das obere Geschoß war zur Repräsentation und für Sitzungen da.

Von der Scala dei Censori geht es durch enge Gänge zur Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri) und von dort zu den Gefängnissen. Auf dem Rückweg geht es durch die Erdgeschoßräume. Hier liegen auch die Gefängniszellen des Dogenpalastes. Bei der Führung durch die geheimen Gänge über Geheimtreppen und Geheimkammern des Dogenpalastes kann man den Kerker von Casanova und die Bleikammern sehen.

Vom ca. 100 m hohen Turm Campanile di San Marco kann man einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen. Der Turm ist, nachdem er 1902 einfach zusammenbrach, historisch getreu nachgebaut worden. Früher wurde der Turm als Aussichts- und Leuchtturm genutzt. Galilei beobachtete von hier oben den Himmel. Bis zum 16. Jh gab es einen Käfig auf halber Höhe des Turms, dort wurden z.B. Ehebrecher ausgehungert. Die Glocken des Turms hatten verschiedene Aufgaben und Namen. So wurde mit der Glocke "Marangona" der Anfang und das Ende der Arbeitszeit der Handwerker angekündigt. Eine andere Glöcke läutete nur zur Versammlung des Senats.

Man muss schon gute Nerven haben, um in den Genuß des Ausblicks vom Turm zu kommen. Fast den gesamten Tag lang bilden sich lange Schlangen am Eingang vor dem Aufzug.

Nach den Besichtungen und die Einblicke in die Geschichte vom Piazza di San Marco sollte man abends nochmal wiederkommen, um den Charme des Platzes zu spüren.

Öffnungszeiten und Preise

Campanile di San Marco
Tel: 5224064
geöffnet täglich von 9.30 bis 19.30 Uhr, im Winter 9.30 bis 16 Uhr
Eintritt ca. 6.000 Lire

Basilika di San Marco (Markuskirche)
werktags von 9.30 - 17.00 Uhr, So ab 14 Uhr

Palazza Ducale (Dogenpalast)
April-Oktober von 9.00-19.00 Uhr, November-März 9.00-17.00 Uhr geöffnet

Führung durch die geheimen Wege des Dogenpalastes
Täglich, außer Mittwoch, um 10.00 und 12.00 Uhr (italienisch), um 10.30 Uhr (englisch)

Geschrieben 25.02.2001, Geändert 25.02.2001, 3419 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von Lothar W. Pawliczak vom 14.09.2010 16:18:58

Guter Beitrag. Preise ändern sich (steigen) natürlich immer wieder.
Und die unsäglichen Taubenfutterverkäufer gibt es nicht mehr: Die Stadtverwaltung hat allerdings in ihrem jahrzehn­telangen Kampf gegen diese Taubenfutterverkäufer 2008 einen historischen Sieg errungen. Im Frühjahr schie­nen noch die am Futter kräftig verdienenden Familien - trotz der Androhung von Geldstrafen fürs Taubenfüttern (Wohlgemerkt, nicht für des Verkaufen von Futter!) - zu obsiegen und leisteten mit Schildern wie „Tauben sind Symbole des Friedens“ und „Es kann doch kein Verbrechen sein, diese friedlichen Tiere zu füttern“ hartnäckig Widerstand. Seit dem Sommer 2008 sind die Futterverkäufer tatsächlich verschwunden und der Erfolg hielt auch 2009 an.
Das wird wohl der heilige Markus auf wunderbare Weise bewirkt haben, der sicher endlich genug davon hatte, von den Tauben bekleckert zu wer­den (Drei Kilogramm pro Taube im Jahr, täglich bis zu 4 Tonnen).
Auch im Jahr 2010 hat er erneut ein Wunder vollbracht: Völlig überraschend unterlag der Sohn eines Taubenfutterverkäufers und Vertraute Benito Berlusconis, Renato Brunetta, bei der Wahl zum Bürgermeister dem linken Kandidaten Giorgio Orsoni. Aber immer noch füttern Vernunftlose (es sind wohl nicht nur Touristen) die Tauben mit Brotkrumen. Zu denen sind auch Berühmtheiten zu rechnen, wie früher etwa Ilja Ehrenburg, der meinte, selbst die Ausscheidungen der Tauben seien hier historisch, wohl deshalb, weil er ja vorher vorn hineingefüttert hatte. „Leute(n), die durchaus voller Rührseligkeit über die Tauben auf der Markuskirche reden müssen“ (William Dean Howells: Leben in Venedig. Deutsch v. Gartraud Michel hg. v. Wolfgang Barthel. Leipzig 21931, Berlin 1987 S. 147), rief Henri de Régnier (In Venedig leben. Aus d. Franz. v. Hella Noack. München 1988 S. 60) zu: „Posiere nicht vor dir selbst mit einer Taube auf jedem Arm.“
Oh heiliger Markus, tu ein neues Wunder! Oder muß ich erst Touren „Geh’n ma Taubn vergiften auf’m Markusplatz“ organisieren? Mögen die sich emsig vermehrenden, ekelhaft kleckernden Tauben vor einer nachhaltigen Vergiftungsaktion zittern! Die Touristen haben nichts in Venedig zu verlieren, als prächtige Skulpturen und Bauten. Touristen aller Länder, vereinigt euch!